
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau mit ASJler:innen an einer Erste-Hilfe-Station.
Bundesjugendwettbewerb 2026 in Lübeck
Neue Freundschaften und Kooperationen über Landesgrenzen hinweg
Alle zwei Jahre bringt das Bundesjugendtreffen junge Mitglieder der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Neben dem Bundesjugendwettbewerb selbst stehen vor allem Begegnungen, gemeinsames Erleben und der Austausch zwischen den Landesverbänden im Mittelpunkt. 2026 reiste die ASJ Deutschland hierfür in den Norden nach Lübeck. Somit stand auch der Wettbewerb unter dem Motto „ASJ & Hanse“.
Eine solche Großveranstaltung kann nur durch monatelange Planung gelingen. Das ehrenamtliche Organisationsteam investierte viel Zeit, Wissen und Kreativität in die Vorbereitung und schuf einen tollen 30. Bundesjugendwettbewerb. In diesem Jahr übertraf die Resonanz sogar alle Erwartun-gen: Statt der geplanten rund 200 Teilnehmenden meldeten sich knapp 300 ASJler:innen für das Bundesjugendtreffen an.
Für den Bundesjugendwettbewerb qualifizierten sich 24 Teams, auch mehr als erwartet. Die große Nachfrage war ein Lob für die Jugendarbeit der ASJ, stellte die Organisierenden aber gleichzeitig vor unvorhergesehene Herausforderungen.
Zum einen mussten kurzfristig weitere Übernachtungsplätze organisiert werden, da die Jugendherberge nicht genügend Kapazitäten bot. Zum anderen musste auch der Bundesjugendwettbewerb an die hohe Teilnehmerzahl angepasst und umstrukturiert werden, damit alle Wettbewerbsgruppen gleichzeitig an einem Tag ihre Erste-Hilfe-Prüfungen und Geschicklichkeitsstationen absolvieren konnten.
Dank des gelungenen Teamworks der Veranstaltungsleitung konnten die Teilnehmenden sich ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren: Sie bewiesen ihr medizinisches Wissen bei Prüfungsszenarien wie einem Ertrinkungsunfall am Ufer der Trave oder leisteten Hilfe nach einem E-Scooter-Unfall auf dem Kopfsteinpflaster, einem Hundebiss am Holstentorplatz und einem Skateboardunfall im Park.



Bundesjugendleiterin Anna Witt führte durch die Siegerehrung.
Hansegeschichte beim Wettbewerb
Die Geschichte der Hansestadt spiegelte sich in unterschiedlichen Szenarien wider. Beim Kreativwettbewerb gestalteten Teilnehmende jedes Bundeslandes einen eigenen Marktstand und präsentierten selbst gemachte Produkte oder landestypische Unterhaltung. Das Stadtspiel führte die Gruppen zu historischen Orten Lübecks, an denen sie verschiedene Aufgaben lösen mussten. Dazu gehörten das Sammeln und Tauschen traditioneller Handelswaren wie Salz, Fisch oder Gewürze, um den Wert eines Gegenstandes möglichst geschickt zu steigern.
Neben Kreativität waren auch Teamarbeit, Kommunikation und strategisches Geschick gefragt. Gleichzeitig lernten die Teilnehmenden die Geschichte Lübecks auf spielerische Weise kennen und entdeckten zahlreiche Sehenswürdigkeiten.
Qualifizierung für den SAM.I.-Contest
Beim Bundesjugendwettbewerb entschieden schließlich medizinisches Wissen, Allgemeinbildung, Geschicklichkeit und Teamarbeit über die Platzierungen. Den Sieg errangen die Schüler:innengruppe aus Nordrhein-Westfalen und das Jugendteam aus Hamburg. Beide vertraten die ASJ Deutschland Ende Juli beim SAMARITAN INTERNATIONAL-Contest (SAM.I.-Contest) im österreichischen Oggau.
Für die ASJ Hamburg ist es bereits die zweite internationale Teilnahme in Folge. Nachdem sich die Schüler:innengruppe 2024 bei ihrem ersten Bundesjugendwettbewerb direkt für den Wettbewerb in Montenegro qualifiziert hatte, gelang dies nun der Jugendgruppe. Die beiden Gruppen treffen beim SAM.I.-Contest auf Samariterorganisationen verschiedener europäischer Länder. Neben dem Wettbewerb bietet der Contest Gelegenheit, internationale Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und die Erste-Hilfe-Arbeit anderer Mitgliedsorganisationen kennenzulernen.
Ehrenamt macht’s möglich
Für die meisten Teilnehmenden zählte neben dem Wettbewerb vor allem die besondere Atmosphäre. So viele junge, begeisterte Mitwirkende zusammenzubringen, stärkt den Zusammenhalt innerhalb der ASJ und schafft neue Freundschaften und Kooperationen über Landesgrenzen hinweg.
Gestemmt wurde das Bundesjugendtreffen von zahlreichen Ehrenamtlichen. Sie investierten über viele Monate hinweg ihre Freizeit und sorgten dafür, dass die Veranstaltung auch 2026 rund lief. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Helfenden, die sich als Schiedsrichter:innen, Mim:innen und Stationsverantwortliche einbrachten oder beim Auf- und Abbau zupackten. Unverzichtbar waren die Betreuer:innen, die die Kinder und Jugendlichen zuverlässig und voller Elan begleiteten. „Unser großer Dank gilt allen helfenden Händen, die mit ihrem Engagement zum Gelingen des Bundesjugendtreffens 2026 beigetragen haben“, resümiert Bundesjugendleiterin Anna Witt.
Text: Hannah Zander