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„Viele Grüße an den Koch!“

Gutes Essen und Gelegenheit zum Klönen bei der Samariterküche des ASB in Kiel

Immer am letzten Sonntag im Monat, wenn die Helfer:innen der Samariterküche in Kiel die Tische nett eindecken und die Kochtöpfe einen Duft von leckerem Mittagessen verströmen, füllt sich der Speisesaal mit mehr und mehr Menschen. Viele kennen sich bereits, sie begrüßen sich freudig, lachen und reden laut, nehmen am Esstisch ihren Stammplatz ein. Alle Gäste werden herzlich von den Ehrenamtlichen des ASB empfangen und dürfen sich jetzt auf ein warmes Essen freuen und etwas klönen, wie es im Norddeutschen für „gemütliches Plaudern“ heißt.

Ehrenamt verbindet
Johanna und Irma, die beiden Helferinnen im Speisesaal, bringen jedem Gast ein Glas Wasser, und schon beginnt der erste „Schnack“ über den Jahrgang des heutigen Gänseweins. „Mir bereitet die Arbeit große Freude, vor allem die Atmosphäre hat mir von Anfang an gefallen“, sagt Johanna, die die Tische schmückt und oft gemeinsam mit Irma serviert. Sie füllt die Wassergläser nach und bringt jedem Gast das Essen an den Tisch. „Ich denke, es ist wichtig, dass wir in der Samariterküche unsere Gäste auch bedienen und sie währenddessen gemütlich zusammensitzen können. Das trägt viel zur guten Stimmung bei“, so Johanna.

Die 30-Jährige ist das jüngste Mitglied der Samariterküchen-Helfer:innen und inzwischen befreundet mit der 84-jährigen Irma, die bereits seit den Anfängen der Samariterküche dabei ist. „Gerade über ein Ehrenamt kann man neue Leute kennenlernen, mit denen man gerne Zeit verbringt“, sagt Johanna. Sie ist zum Studium nach Kiel gekommen und war schon in ihrer Kindheit ehrenamtlich tätig. „Ich möchte etwas für die Gesellschaft tun. In diesem Fall bringen wir Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht gar nicht begegnen würden.“

Idee eines Mittagstisches, der für jede:n offen ist Es war 2013, als ein Koch auf Heidemarie Beiß, die damalige Geschäftsführerin des ASB in Kiel, zukam und die Idee eines offenen Mittagstisches entstand: ein gemeinsames Essen, zu dem jede:r kommen kann, überkonfessionell und überparteilich. Wer kann und möchte, legt einen Beitrag in die Spendendosen, die auf den Tischen stehen. Und wer das nicht kann, ist auch willkommen. Bis zu 40 Gäste, manchmal sogar mehr, kommen vorbei und freuen sich über das frisch zubereitete Essen aus regionalen Zutaten, oftmals gespendet von Bauernhöfen und Läden aus dem Umkreis.

Zu Weihnachten kämen besonders viele Menschen. „Es ist eine ganz eigene Stimmung in der Weihnachtszeit. Der Speisesaal ist sehr gut besucht, und die Leute bleiben lange zum Reden“, erzählt der Koch des Teams. Seit April 2022 steht Frank am Herd. Auch er schätzt das Gemeinschaftsgefühl. Für ihn und viele seiner Mitstreiter:innen lässt sich der feste Termin einmal im Monat gut mit dem Berufs- und Privatleben vereinbaren.

„Es ist schön, etwas Sinnvolles zu tun“, sagt Johanna mit Blick auf ihr Ehrenamt, dem sie mit Herz und Liebe zum Detail nachgeht.
Die Samariterküche wurde im März 2026 von Edith Wallmeier (1. v. r.), Geschäftsführerin Einsatzdienste und Bildung beim ASB-Bundesverband, als Freiwillige des Monats  ausgezeichnet.

„Jeder braucht vielleicht mal Unterstützung“
Mit glücklichen Gesichtern verabschieden sich die Gäste und bedanken sich gleich mehrmals für das Essen. „Es hat wieder so gut geschmeckt! Viele Grüße an den Koch!“, ruft eine Frau in Richtung Küche. Ein Dank, der das ganze Team erreicht und für sie zugleich ein Ansporn sei, weiterzumachen, wie die Samariterküchen-Helfer:innen berichten. Frank betont die gesellschaftliche Dimension eines Ehrenamts: „Ich denke immer: Jeder braucht vielleicht mal Unterstützung. Und wenn dann andere für mich da wären, die sich einsetzen, wäre das doch großartig.“

Und auch Johanna ist vom Konzept der Samariterküche überzeugt. Menschen, die noch überlegen, ob sie ein Ehrenamt ausüben sollen, rät sie: „Einfach machen! Es ist schön, etwas Sinnvolles zu tun. Ich finde, es ist auch eine schöne Erfahrung, sich mit Menschen aus anderen Generationen auszutauschen.“ Neue Freiwillige seien bei der Samariterküche Kiel jederzeit willkommen.

Für diesen offenen Ort der Begegnung und des Miteinanders, den die Ehrenamtlichen des ASB in Kiel mit Herzblut und Teamgeist gestalten, hat der ASB-Bundesverband die Samariterküche im März 2026 als „Freiwillige des Monats“ geehrt. „Das war ein wunderschönes Gefühl mit Gänsehaut“, erzählt Frank und freut sich über die Wertschätzung für das Geleistete und appelliert: „Es würde uns natürlich freuen, wenn so ein Mittagstisch Nachahmung in anderen Regionen fände.“

Text: Christiane Walde