
Schleswig-Holstein

Erste Hilfe: Wissen, das Leben retten kann
Der ASB unterstützt alle, die in Erster Hilfe Sicherheit gewinnen möchten
Ein Sturz auf dem Gehweg, ein Kreislaufzusammenbruch im Supermarkt, ein Unfall im Straßenverkehr oder ein Kind, das sich verschluckt: Notfälle passieren oft unerwartet – und meistens dort, wo zunächst keine Fachkräfte vor Ort sind. Dann sind Menschen gefragt, die hinschauen, ruhig bleiben und helfen.
Viele Menschen haben Sorge, im Ernstfall etwas falsch zu machen. Diese Unsicherheit ist verständlich, aber unbegründet. Denn der größte Fehler ist fast immer, gar nichts zu tun. Schon einfache Maßnahmen können entscheidend sein: die Unfallstelle sichern, den Notruf 112 wählen, beruhigend mit der betroffenen Person
sprechen, eine Blutung stillen oder bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage anwenden. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Eine sofort begonnene Herzdruckmassage kann die Überlebenschancen deutlich erhöhen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Erste Hilfe bedeutet nicht, medizinische Höchstleistungen zu vollbringen. Es geht darum, die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe zu überbrücken und lebenswichtige Funktionen zu sichern. Wer regelmäßig übt, gewinnt Sicherheit – und traut sich eher, aktiv zu werden. Gerade weil viele Erste-Hilfe-Kurse Jahre oder sogar Jahrzehnte zurückliegen, lohnt es sich, das eigene Wissen aufzufrischen.
Wer vorbereitet ist, reagiert meist ruhiger und strukturierter
Auch im Alltag spielt Erste Hilfe eine große Rolle. Eltern, Großeltern, Kolleginnen und Kollegen, Vereinsmitglieder oder Menschen aus der Nachbarschaft können jederzeit in eine Situation kommen, in der schnelles Handeln gefragt ist. Besonders bei Kindern, älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen ist es hilfreich, typische Notfallsituationen zu kennen und einschätzen zu können.
Erste Hilfe stärkt zudem das
Sicherheitsgefühl in der Gemeinschaft. Sie zeigt: Niemand ist allein. Jede und jeder kann etwas tun – unabhängig von Alter, Beruf oder Vorerfahrung. Schon die Entscheidung, nicht wegzusehen, sondern Verantwortung zu übernehmen, kann für Betroffene einen großen Unterschied machen.
Der ASB bietet Erste-Hilfe-Kurse für verschiedene Lebenssituationen
Der ASB setzt sich seit jeher dafür ein, Menschen handlungsfähig zu machen. Mit seinen Erste-Hilfe-Angeboten vermittelt der ASB praxisnahes Wissen für den Alltag, den Beruf, den Führerschein, Vereine oder besondere Lebenssituationen. Die Kurse richten sich an Mitglieder und Nicht-Mitglieder gleichermaßen und bieten die Möglichkeit, Grundlagen zu erlernen oder vorhandenes Wissen aufzufrischen.
Ein besonderer Vorteil für ASB-Mitglieder: Sie haben jedes Jahr Anspruch auf einen Gutschein für einen Erste-Hilfe-Kurs. So können Kenntnisse regelmäßig kostenlos aufgefrischt werden und mehr Sicherheit im Umgang mit Notfallsituationen entstehen.
Informationen zu Kursangeboten, Terminen und Anmeldung gibt es auf der Homepage des ASB Schleswig-Holstein im Bereich „Erste Hilfe“ unter www.asb-sh.de/erste-hilfe
Text: Kerstin Bröde

Auch Prof. Dr. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit in Schleswig-Holstein, unterstützt Saving Life. Hier registriert sie sich mit Unterstützung von Wolfgang Mainz (Regionalgeschäftsführung Regionalverband Kiel/Rendsburg-Eckernförde) am 23. Mai beim Ehrentag in Bad Segeberg als Erstretterin in der App.
Saving Life: Hilfe, die per App schneller ankommt
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Genau hier setzt die Erstretter-App Saving Life an: Wird über die 112 ein lebensbedrohlicher Notfall gemeldet, alarmiert die Leitstelle nicht nur den Rettungsdienst, sondern auch registrierte Erst-helfende in der Nähe. Wer den Alarm annimmt, macht sich direkt auf den Weg und kann mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Die App wird vom ASB Schleswig-Holstein betrieben und ist inzwischen landesweit an alle Rettungsleitstellen angebunden. Rund 43.000 Ersthelfende sind bereits registriert. Im Schnitt werden pro Tag etwa 30 Alarmierungen über Saving Life ausgelöst. Allein im Jahr 2024 wurden über die Saving-Life-App in Schleswig-Holstein in 1.142 Fällen Ersthelfende zu Reanimationen alarmiert und konnten so entscheidende Minuten überbrücken, bis der Rettungsdienst eintraf.
Für die Registrierung als Ersthelfer:in gelten klare Voraussetzungen: Volljährigkeit und ein Erste-Hilfe-Zertifikat, das nicht älter als zwei Jahre ist, oder eine entsprechende medizinische Qualifikation. Wer gerade nicht helfen kann, muss einen Einsatz übrigens nicht annehmen. Interessierte Helfer:innen sind herzlich eingeladen, sich zu registrieren.
Alle Infos zur App Saving Life finden Sie hier.
Text: Kerstin Bröde