
Sachsen-Anhalt
ASB Halle/Bitterfeld trainiert mit europäischen Partnern
Internationale Übung stärkt Zusammenarbeit und Einsatzfähigkeit für den Katastrophenfall

Professionell vorbereitet: Von der Erstversorgung bis zur Dokumentation – jeder Handgriff sitzt bei den Einsatzkräften und Verletztendarstellenden, wenn es darauf ankommt.
Im Mai 2026 nahm der ASB-Regionalverband Halle/Bitterfeld an einer internationalen Katastrophenschutzübung in der Slowakischen Republik teil. Gemeinsam mit dem Samaritan Austria – Rapid Response Team (SA-RRT), der anerkannten internationalen Katastrophenhilfe-Einheit des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs, und Einsatzkräften des gastgebenden slowakischen Samariterverbandes Asociácia samaritánov Slovenskej republiky (ASSR) wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Katastrophenfall unter realitätsnahen Bedingungen trainiert.
Gemeinsame Vorbereitung auf den Ernstfall
Grundlage der Übung war ein realistisches Szenario: Nach schweren Regenfällen und großflächigen Überschwemmungen wurde für Teile der slowakischen Region Nitra der Notstand ausgerufen. Im Rahmen eines internationalen Hilfeersuchens unterstützten die deutschen Einsatzkräfte die betroffenen Regionen und trainierten dabei die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.
Wichtiger Beitrag zur Einsatzfähigkeit
Der ASB Halle/Bitterfeld leistete einen wichtigen Beitrag zur Einsatzfähigkeit aller beteiligten Kräfte und richtete vor Ort wesentliche Teile der Versorgungsinfrastruktur ein, darunter eine Feldküche, ein Küchenzelt, eine Essensausgabe sowie Unterkünfte für die Einsatzkräfte. Darüber hinaus trainierten die sanitätsdienstlichen Kräfte des Verbandes den schnellen Aufbau medizinischer Versorgungsstrukturen, die Erstversorgung von Verletzten, Triage-Verfahren sowie die Registrierung und Dokumentation von Betroffenen. Besonders hervorzuheben ist die Leistung des Betreuungszuges Saalekreis. Die ausgebildeten Feldköche des Verbandes gewährleisteten die vollständige Verpflegung aller Teilnehmenden und zeigten eindrucksvoll, dass moderne Kata-strophenhilfe weit mehr umfasst als reine Rettungsmaßnahmen.
Realitätsnahe Szenarien und internationale Zusammenarbeit
Das Übungsprogramm umfasste zahlreiche Einsatzlagen, darunter Such- und Rettungsmaßnahmen mit Spezialhunden, Evakuierungen, Wasserrettung, medizinische Versorgung von Verletzten sowie Nachtübungen. Besonders deutlich wurde, wie wichtig abgestimmte Abläufe, einheitliche Standards und funktionierende Kommunikationswege für erfolgreiche Hilfeleistungen sind. Die Zusammenarbeit zwischen deutschen, österreichischen, slowakischen sowie örtlichen Einsatzkräften verlief professionell und vertrauensvoll. Dadurch konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt und bestehende Partnerschaften weiter vertieft werden.
Gemeinsames Üben schafft Sicherheit
Die gemeinsame Übung hat eindrucksvoll gezeigt, dass Katastrophen keine Grenzen kennen und deshalb auch Hilfeleistungen international gedacht werden müssen. Gemeinsames Training ermöglicht es, Verfahren zu testen, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen kontinuierlich zu verbessern.
Für den ASB Halle/Bitterfeld e. V. war die Teilnahme nicht nur ein Nachweis der eigenen Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft, sondern auch ein starkes Zeichen gelebter Solidarität und humanitärer Verantwortung. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, im Ernstfall schneller, koordinierter und effektiver helfen zu können.

Grenzen spielen im Einsatz keine Rolle: Bei der gemeinsamen Lagebesprechung arbeiten internationale und örtliche Einsatzkräfte vertrauensvoll zusammen und bereiten sich auf die nächsten Herausforderungen vor.
Gemeinsam üben
Der Bevölkerungsschutz steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Extremwetter, lang anhaltende Stromausfälle, Pandemien oder großflächige Schadenslagen zeigen, dass Krisen komplexer werden und oft mehrere Regionen oder Staaten gleichzeitig betreffen. Niemand kann solche Herausforderungen allein bewältigen. Entscheidend ist das reibungslose Zusammenspiel aller Beteiligten.
Regelmäßige gemeinsame Übungen schaffen dafür die Grundlage. Sie verbinden Einsatzkräfte unterschiedlicher Fachrichtungen, Organisationen und Länder zu einem funktionierenden Netzwerk. Dabei geht es nicht allein um das Erproben von Technik oder Abläufen. Ebenso wichtig sind gegenseitiges Vertrauen, ein gemeinsames Lageverständnis und die Fähigkeit, auch unter Zeitdruck sicher zusammenzuarbeiten. Was im Training selbstverständlich wird, kann im Ernstfall Menschenleben retten.
Text: Wolf-Dietrich Reif