
München

PSNV-E unterstützt Mitarbeitende nach besonders belastenden Einsätzen und trägt dazu bei, langfristige psychische Belastungsfolgen zu reduzieren.
PSNV-E: Hilfe für Einsatzkräfte
Neue Unterstützung nach belastenden Einsätzen – praxisnah und wissenschaftlich begleitet
Einsatzkräfte erleben im Berufs- und Ehrenamt regelmäßig potentiell belastende Situationen. Einzelne Einsätze können nachwirken und die psychische Gesundheit sowie das persönliche Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen.
Um Mitarbeitende und Ehrenamtliche langfristig zu stärken, startete der ASB-Regionalverband München/Oberbayern zum 1. August 2026 die Pilotphase des neuen Angebots PSNV-E (Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte). Bis Januar 2027 richtet sich das Projekt an alle Bereiche des Regionalverbandes.
Ziel ist es, Einsatzkräfte nach besonders belastenden Ereignissen frühzeitig und niedrigschwellig zu unterstützen. Psychische Belastungsreaktionen sind dabei keine Schwäche, sondern normale Reaktionen auf außergewöhnliche Ereignisse. Eine zeitnahe Begleitung kann helfen, Belastungen besser einzuordnen, individuelle Ressourcen zu stärken und langfristigen gesundheitlichen Folgen vorzubeugen.
Ein zentraler Baustein des Projekts ist die Verknüpfung von PSNV-E mit dem bereits etablierten Zweitkontakt. Während der Zweitkontakt bisher Betroffene und Angehörige nach belastenden Notfallereignissen begleitet und ihnen in den Tagen nach dem Einsatz psychosoziale Unterstützung sowie Orientierung zu weiterführenden Hilfen bietet, wird dieses erfolgreiche Konzept nun erstmals auf Einsatzkräfte übertragen.
Hierfür wurde eine strukturierte Rückmeldeschleife entwickelt. Nach besonders belastenden Einsätzen können Mitarbeitende und Ehrenamtliche freiwillig eine zeitnahe Nachbesprechung mit speziell qualifizierten Fachkräften in Anspruch nehmen. Ziel ist es, Erlebtes gemeinsam zu reflektieren, Bewältigungsstrategien zu fördern und bei Bedarf weitere Unterstützungsangebote zu vermitteln.
Gleichzeitig verfolgt das Projekt einen wissenschaftlichen Anspruch. Gemeinsam mit einer Hochschule wird derzeit eine Forschungskooperation vorbereitet. Ab 2027 soll auf Grundlage der Ergebnisse einer 18-monatigen Pilot- und Evaluationsphase untersucht werden, welchen Einfluss eine strukturierte Rückmeldeschleife auf die psychische Gesundheit, Resilienz und langfristige Einsatzfähigkeit von Einsatzkräften hat.
Mit PSNV-E setzt der ASB München/Oberbayern ein starkes Zeichen für eine moderne Einsatzkultur: Professionelle Hilfe für Menschen in Krisen beginnt auch mit einer professionellen Fürsorge für diejenigen, die täglich für andere da sind.
Text: Alexandra Winkel
Norbert Tessmer ist neuer ASB-Landesvorsitzender
Am Vorabend der Landeskonferenz war Innenminister Herrmann zu Gast

Der neue Landesvorsitzende: Norbert Tessmer.
Norbert Tessmer aus Coburg ist am 11. Juli in der Nürnberger Meistersingerhalle von den Delegierten der ASB-Landeskonferenz in das Amt des bayerischen ASB-Landesvorsitzenden gewählt worden. Als dessen Stellvertreter:in wurden Kristin Schuhmann und Dr. Christian Wolf gewählt. Komplettiert wird der ASB-Landesvorstand durch Dr. Dominik Blunck, Ronja Endres, Sven Müller, Volker Röder, Dr. Ibrahim Yanik und Petra Ludwig (als Landesjugendleiterin). Gewählt wurde zudem die Landeskontrollkommission – ihr gehören nunmehr Daniel Berndt, Christine Fischer und Kirsten Arnold an. Der langjährige Landesvorsitzende Dr. Gerhard Körner wurde mit herzlichen Worten verabschiedet. Angereist waren 103 Delegierte aus ganz Bayern.
Am Vortag der Landeskonferenz fand im benachbarten Ramada-Hotel ein Festabend des ASB Bayern statt. Als Festredner konnte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gewonnen werden. Der Minister – ASB-Mitglied Nummer 200.000 in Bayern – äußerte sich zum Thema Resilienz gegenüber Krisen und Katastrophen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte David Lässig vom ASB Allgäu. Im Außenbereich des Hotels wurden unterschiedlichste Projekte des ASB ausgestellt. So konnten zum Beispiel das Hebammenmobil des ASB Nordrhein-Westfalen und das Kneipp-Projekt des ASB Hamburg in Augenschein genommen werden. Der ASB Kronach war mit seiner Rettungshundestaffel sowie der Drohnengruppe vor Ort, der ASB Forchheim präsentierte ein Zivilschutz-Fahrzeug und einen digitalen Aktivitätentisch für die Tagespflege.

Innenminister Joachim Herrmann inmitten der Hamburger Samariter an deren Kneipp-Stand.

Auch die Kronacher Rettungshundestaffel war vertreten.
Text: Moritz Wohlrab