
Mecklenburg-Vorpommern

Die Siegerinnen aus Stralsund.
Teamgeist, Kommunikation und ein kühler Kopf
Das war der Landesjugendwettbewerb in Warnemünde
Zwischen Strandkörben, Ostseewellen und Möwen kniet eine junge Frau neben einer regungslosen Person. Sie spricht sie an, überprüft die Atmung und wartet auf das Zeichen ihrer Teamkolleg:innen. Wenige Meter weiter wird angefeuert, diskutiert und gelacht. Ein echter Notfall ist das zum Glück nicht.
Der Strand von Warnemünde wird an diesem Tag zur Wettkampffläche, denn der ASB-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hat gemeinsam mit der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) zum Landesjugendwettbewerb eingeladen. Zehn Teams aus Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg treten gegeneinander an. Sie versorgen Verletzte, lösen knifflige Aufgaben, beantworten Fragen und sammeln Punkte. Doch schnell wird klar: Hier geht es um weit mehr als Platzierungen.
An den Stationen ist Erste-Hilfe-Wissen gefragt – ebenso wie Teamgeist, Kommunikation und ein kühler Kopf. Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden, manchmal unter Zeitdruck, manchmal mit überraschenden Wendungen. Wer überzeugen will, braucht nicht nur das richtige Fachwissen, sondern auch Vertrauen in die eigene Gruppe.
Vor allem zählt die Gemeinschaft
Das Besondere an diesem Wettbewerb zeigt sich zwischen den Stationen. Da werden Erfahrungen ausgetauscht, Tipps weitergegeben und andere Teams angefeuert. Konkurrenz? Ja. Aber vor allem Gemeinschaft. Schließlich verbindet alle das gleiche Ziel: helfen zu können, wenn Hilfe gebraucht wird.
Als die letzte Aufgabe geschafft ist, rückt der Wettbewerb fast in den Hintergrund. Stattdessen wird gemeinsam gegrillt, kalte Limonade ausgeschenkt und der Sonnenuntergang über der Ostsee genossen. Später versammeln sich viele noch einmal an der Feuerschale. Gespräche mildern die Anspannung des Tages, aus Mitbewerber:innen werden neue Bekanntschaften.
Den Wanderpokal nimmt schließlich das Team der Ortsgruppe „dASBand“ aus Stralsund mit nach Hause. Diese Jugendlichen werden nun Mecklenburg-Vorpommern beim Bundesjugendwettbewerb vertreten. Fazit: Gewonnen hat ein Team. Gelernt aber haben alle.
Text: Reingard Backhaus
Wenn Hitze mehr ist als nur der Sommer
ASB-Regionalverband Süd-West-Mecklenburg probte den Ernstfall
Kaum ist die letzte Hitzewelle vorbei, kehrt der Alltag zurück. Die Temperaturen sinken, die Ventilatoren verschwinden wieder im Schrank – und mit ihnen oft auch die Erinnerung daran, wie belastend diese Tage für viele Menschen waren. Für ältere Menschen, chronisch Erkrankte oder Alleinlebende kann Hitze schnell zur gesundheitlichen Gefahr werden. Und genau dann stellt sich eine entscheidende Frage: Sind wir darauf vorbereitet?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der ASB-Regionalverband Süd-West-Mecklenburg bereits am 25. April 2026. Nicht während einer Hitzewelle, sondern an einem kühlen Frühlingstag. Eigentlich die denkbar schlechtesten Bedingungen, um einen Hitzeschutzplan zu erproben. Und doch zeigte sich gerade darin der Wert der Übung: Vorbereitung richtet sich nicht nach dem Wetterbericht.
Zusammenarbeit als wertvollster Baustein
Die St.-Marien-Kirche in Boizenburg wurde zum Schutzraum. Falldarstellende schlüpften in die Rollen von Menschen, die ihre aufgeheizten Wohnungen verlassen mussten, unter hitzebedingten Kreislaufproblemen litten oder aufgrund von Vorerkrankungen besondere Unterstützung benötigten. Gleichzeitig galt ein Grundsatz des Bevölkerungsschutzes, der aktueller kaum sein könnte: Eine Krise kommt selten allein. Eine Hitzewelle kann von einem Waldbrand, einem Stromausfall, einer Evakuierung oder anderen Schadenslagen begleitet werden – Szenarien, die längst keine theoretischen Gedankenspiele mehr sind.
Schnell wurde deutlich, dass solche Lagen nur gemeinsam bewältigt werden können. Deshalb setzte die Übung bewusst auf das Zusammenspiel ehrenamtlicher Einsatzkräfte, anderer Hilfsorganisationen und Spontanhelfender. Genau diese Zusammenarbeit erwies sich als einer der wertvollsten Bausteine des Tages.
Erfahrungen austauschen und voneinander lernen
Beobachtende begleiteten die einzelnen Einsatzabschnitte, hielten Eindrücke und Verbesserungsvorschläge in Fragebögen fest. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die nächste Übung am 10. September ein. Dann wird ein anderes Szenario im Mittelpunkt stehen – das Ziel bleibt jedoch dasselbe: Strukturen schaffen, die im Ernstfall tragen.
Die jüngsten Hitzetage haben gezeigt, dass extreme Temperaturen längst keine Ausnahme mehr sind. Umso wichtiger ist es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und Bevölkerungsschutz gemeinsam weiterzudenken. Wer sich für das Thema Hitzeschutz interessiert oder die nächste Übung begleiten möchte, ist beim ASB-Regionalverband Süd-West-Mecklenburg herzlich willkommen. Denn gute Vorbereitung beginnt lange, bevor sie gebraucht wird.

Die Boizenburger St.-Marien-Kirche war ein kühler Zufluchtsort.
Text: Birgit Waniorek und Reingard Backhaus