
Brandenburg

Niclas misst den Blutdruck einer Bewohnerin im ASB-Altenpflegeheim „Am Birkenwäldchen“ in Vetschau/Spreewald.
Mit dem FSJ den Berufsweg finden
Vom Freiwilligendienst direkt in die Ausbildung
Niclas misst den Blutdruck einer Bewohnerin im ASB-Altenpflegeheim „Am Birkenwäldchen“ in Vetschau/Spreewald. Johanna sitzt mit einer Kindergruppe in der ASB-Kita „Tollhaus am Wald“ in Falkensee und begleitet die Kleinen durch den Vormittag. Was heute für beide selbstverständlich wirkt, begann mit einer wichtigen Frage: Ist die Arbeit mit Menschen wirklich das Richtige für mich?
Um Antworten darauf zu finden, entschieden sich die beiden für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim ASB. Niclas wollte den Pflegeberuf kennenlernen, Johanna ihren langjährigen Wunsch, Erzieherin zu werden, auf die Probe stellen. Im Alltag einer Senioreneinrichtung und einer Kita sammelten sie erste praktische Erfahrungen.
Heute absolvieren beide eine Ausbildung in diesen Einrichtungen: Niclas im ersten Lehrjahr zur Pflegefachkraft, Johanna im dritten Lehrjahr zur Erzieherin. Ihre Geschichten zeigen, wie ein FSJ jungen Menschen Orientierung geben kann.
Herausfinden, was Freude bereitet
Für Niclas zeichnete sich schon früh ab, dass er später einmal einen sozialen Beruf ergreifen würde. Seine Mutter arbeitet in der Pflege, und bereits während seiner Schulzeit merkte Niclas, dass ihm der Umgang mit Menschen liegt. Also entschied er sich, zunächst die Arbeit in einer Senioreneinrichtung kennenzulernen.
Zu Beginn seines FSJ stand vor allem die Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt: Beschäftigungsangebote gestalten, Gespräche führen und Zeit miteinander verbringen. „Gar nicht so einfach, sich jeden Tag etwas Neues einfallen zu lassen“, sagt Niclas rückblickend. Anfangs habe er Zeit gebraucht, um eine Routine zu entwickeln und herauszufinden, was den einzelnen Menschen Freude bereitet. „Doch ich hatte ein superliebes Team, das mir viel gezeigt und erklärt hat.“
Besonders nachhaltig wirkten die begleitenden FSJ-Seminare, wo Niclas unter anderem Gelegenheit hatte, selbst einen Rollstuhl auszuprobieren. „Dabei habe ich gemerkt, wie Menschen einen plötzlich anschauen und wie viele Hindernisse es im Alltag gibt“, berichtet er.
Das FSJ als Türöffner
„Ich begleite junge Menschen ein Stück ihres Weges. Am schönsten ist es, wenn aus den ersten Erfahrungen im Freiwilligendienst echte Leidenschaft wächst – und daraus schließlich der Schritt in eine Ausbildung wird“, sagt Susann Gutzeit, Referentin für Freiwilligendienste und Engagementförderung beim ASB-Landesverband Brandenburg. Genau diesen Weg hat auch Niclas eingeschlagen. Nach seinem FSJ fiel ihm der Übergang in die Ausbildung leicht. Viele Situationen waren ihm bereits vertraut – insbesondere die Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen. Sein Rat an Gleichaltrige, die über ein FSJ nachdenken: „Habt Spaß, schnuppert in den Beruf hinein und schaut, ob das etwas für euch ist. Man nimmt auf jeden Fall etwas für die Zukunft mit.“
Von der Kita-Kindheit in die Erzieherausbildung
Auch Johanna hat ihren beruflichen Weg gefunden. Heute ist sie im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung: „Ich wollte schon immer Erzieherin werden und dachte, dass ein FSJ ein guter Weg ist, um reinzuschnuppern, da man wirklich jeden Tag vor Ort ist und den Beruf von Grund auf kennenlernen kann“, erzählt sie.
Die Wahl der Einsatzstelle war dabei alles andere als zufällig. Zur Kita hatte Johanna schon seit ihrer Kindheit eine enge Verbindung, besuchte Sommerfeste oder absolvierte dort ihr Praktikum nach der neunten Klasse. „Heute kann ich sagen, dass es für mich genau der richtige Weg war, in der Kita, die mich ein Leben lang begleitet hat, ein FSJ zu absolvieren, das mich darin bestärkt hat, dass dieser Beruf genau das Richtige für mich ist.“
Die Geschichten von Niclas und Johanna zeigen, wie wertvoll ein Freiwilliges Soziales Jahr sein kann. Es ermöglicht jungen Menschen, soziale Berufe nicht nur kennenzulernen, sondern sie auch im Alltag zu erleben und eigene Stärken zu entdecken.
Text: Nadine Koberstein

Gemeinsam Platz genommen: die neue Arbeiter-Samariter-Bank vor der ASB-Landesgeschäftsstelle in Potsdam.
Bitte Platz nehmen: Ein Stück Jubiläum, das verbindet
Bereits im Oktober 2025 hat der ASB im Land Brandenburg sein 35-jähriges Jubiläum gefeiert – und jetzt ist ein ganz besonderes Erinnerungsstück dazugekommen: die neue Arbeiter-Samariter-Bank.
Im Mai 2026 wurde das besondere Stück bei herrlichem Sonnenschein in Empfang genommen. Ab sofort steht es im Grünen vor der Landesgeschäftsstelle in Potsdam. Was diese Bank so besonders macht: Sie wurde von Jugendlichen gebaut – mit viel Einsatz, Geduld und Kreativität. Die „Spreewälder Holzwürmer“, ein Schulprojekt des ASB-Kreisverbandes Lübben, haben aus unbehandelten Holzbrettern ein echtes Unikat geschaffen. Hobeln, schleifen, schrauben, sägen, lasieren und bemalen – hier stecken richtig viel Arbeit und Herzblut drin.
Yannes hatte besonders viel Freude am Zeichnen, Joy arbeitete mit vorgezeichneten Motiven, und Gero fand das Zusammenschrauben am spannendsten – auch wenn immer wieder nachgesägt werden musste. „Schön, wenn man sieht, was Jugendliche handwerklich und kreativ machen“, freute sich ASB-Landesgeschäftsführerin Cindy Schönknecht bei der Übergabe. Danke für dieses besondere Geschenk! Und jetzt: bitte Platz nehmen.
Text: Nadine Koberstein