
Nordrhein-Westfalen
ASB-Klimaschutz-Pionier:in 2023–2025
Kleine Veränderungen haben große Effekte

„Wir wollen unsere Umwelt im Blick haben und uns nachhaltig aufstellen – und zwar gemeinsam!“ Diesen Wunsch hegte Anne Paweldyk, bis Ende 2025 Geschäftsführerin des ASB Bergisch Land e. V., schon längere Zeit. Ab 2023 wurde dieser Gedanke dann im Regionalverband in die Tat umgesetzt.
In zehn Monaten des gemeinsamen Arbeitens aller im Verband Beschäftigten entstand eine Nachhaltigkeitsstrategie in den Handlungsfeldern Gebäudeenergie, Nachhaltigkeit, Beschaffung, Verpflegung, Mobilität und Personalmanagement.
Parallel dazu beteiligten sich drei Kolleg:innen des Regionalverbandes an dem bundesweiten ASB-Klimaschutzprojekt. CO2-Fußabdrücke wurden erstellt, Klimapläne ausgearbeitet, Workshops absolviert – dieses wegweisende Projekt des Bundesverbandes zeigt nun seine Wirkung in den Geschäftsstellen und Rettungswachen.
Es fängt im Kleinen an – kleine Veränderungen haben große Effekte, und die Umsetzung der Ideen der Mitarbeitenden sorgt dafür, dass Maßnahmen breit akzeptiert werden. Die Umstellung der Dienstkleidung auf umweltfreundlich produzierte Ware, Jobrad und Jobticket, die Auswahl eines nachhaltig wirkenden Büroartikelhändlers, Beachtung des Tierwohls bei der Auswahl von Catering-Firmen, Gestaltung eines insektenfreundlichen Umfelds oder die Installierung einer „Tauschbörse“ – unterschiedliche Maßnahmen schaffen Bewusstsein für das Thema.
Geschäftsführer Dennis Bracht freut sich: „Wir sind maximal in das Thema eingestiegen und aktuell auch im Fachforum Nachhaltigkeit des Bundesverbandes vertreten!“
Im November 2025 wurde der ASB Bergisch Land mit gleich zwei Urkunden belohnt. Dazu ASB-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Martin Fichtmüller: „Die Geschäftsstellen Wuppertal und Leverkusen haben Klimaschutz praktisch, wirksam und mit Blick für das Soziale umgesetzt und damit den Weg für alle diejenigen, die folgen, bereitet.“
Text: Anke Kirchmann-Bestgen
Anne Paweldyk und Dennis Bracht, Geschäftsführende des ASB Bergisch Land, freuen sich über die Auszeichnung.
Blueprint – Kunst als Ausdruck von Erinnerung und Zukunft
Jugendliche Perspektiven nach der Flutkatastrophe 2021

Mehr als vier Jahre nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz prägen die Erfahrungen dieser Zeit noch immer den Alltag vieler junger Menschen in der Region. Im CULTRA in Brühl, einer Einrichtung des ASB-Regionalverbandes Rhein-Erft/Düren, hat man dies erkannt und mit dem Projekt blueprint ein Angebot für Jugendliche entwickelt, das Raum gibt, dies aufzuarbeiten.
Hier wurde ein künstlerischer Raum geschaffen, in dem Jugendliche das Erlebte reflektieren, transformieren und ihre eigenen Zukunftsbilder entwickeln konnten. Durch pädagogische und künstlerische Anleitung wurde den jungen Teilnehmenden ein sicherer Rahmen geboten und gleichzeitig Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft geschaffen.
Im Projekt verbinden sich klassische handwerkliche Prozesse mit digitalen Technologien. Mit Fundstücken aus den Flutgebieten wie Holz, Metall oder scheinbar wertlosen Resten entstehen Skulpturen, Druckgrafiken, Klangarbeiten und hybride Objekte aus analoger Bearbeitung und 3D-Druck. Diese künstlerische Überlagerung wird zur Metapher: Erinnerungen verschwinden nicht, sie werden geschichtet, neu betrachtet und in einen gestaltbaren Zusammenhang gebracht. Gerade für belastete Jugendliche eröffnet dieser Ansatz neue Wege, Gefühle auszudrücken, ohne sie erklären zu müssen.
Der große Nutzen von blueprint liegt nicht nur im künstlerischen Ergebnis, sondern im Prozess selbst. Die Jugendlichen erleben Selbstwirksamkeit, entwickeln ästhetisches Bewusstsein und erfahren, dass ihre Sicht auf die Welt Bedeutung hat. Die abschließende Werkschau macht eindrucksvoll sichtbar, welches kreative und emotionale Potenzial in ihnen steckt – und wie Kunst helfen kann, Krisenerfahrungen in Stärke zu verwandeln.
Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die Unterstützung von u. a. „NRW Hilft“. Die Förderung hat entscheidend dazu beigetragen, jungen Menschen nach der Flut neue Perspektiven, Ausdrucksmöglichkeiten und nachhaltige kreative Impulse zu eröffnen.
Text: Ute Ludwig
Neues entdecken mit klassischen handwerklichen Prozessen wie Siebdruck.

Transformation des Erlebten – Entstehung hybrider Objekte.