Niedersachsen

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Unterzeichnung mit Signalwirkung: Sylvia Milsch, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di, und Thomas Heine, Landesgeschäftsführer des ASB Niedersachsen, besiegeln die Tarifeinigung.

Tarifeinigung mit ver.di

Klare Perspektiven für Beschäftigte beim ASB Niedersachsen

Gute Arbeit braucht engagierte Menschen – und verlässliche Rahmenbedingungen. Der ASB-Landesverband Niedersachsen e. V. hat deshalb gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Mit Beginn des Jahres 2026 gilt eine Tarifeinigung, die für viele hauptamtlich Beschäftigte spürbare Verbesserungen mit sich bringt. Zugleich ist sie ein zentraler Schritt auf dem Weg zu einem modernen, landesweiten Tarifvertrag.

Der Weg dorthin war kein kurzer. Bereits in der Vergangenheit hatten sich der ASB Niedersachsen und ver.di um tarifliche Regelungen bemüht, doch die bisherigen Anläufe blieben ohne Erfolg. Erst im Jahr 2024 kam neue Bewegung in das Thema, bewusst angestoßen vom ASB selbst. „Uns war es wichtig, die Initiative zu ergreifen und aktiv auf ver.di zuzugehen“, sagt Landesgeschäftsführer Thomas Heine. „Unser Ziel ist es, transparente und moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen. Damit übernehmen wir Verantwortung für unsere Mitarbeitenden sowie für die Zukunftsfähigkeit unseres Verbandes.“

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Niedersachsen ist kein Sonderfall. In anderen Landesverbänden des ASB, etwa in Bayern, sowie in weiteren einzelnen eigenständigen Gliederungen bundesweit bestehen bereits Tarifverträge. Die Tarifeinigung in Niedersachsen reiht sich somit in bestehende tarifliche Regelungen innerhalb des ASB ein, die je nach regionaler Struktur unterschiedlich ausgestaltet sind.

Zu Beginn war der Vorbereitungsprozess von formalen und organisatorischen Anforderungen geprägt und entsprechend zeitintensiv. Erst Anfang 2025 konnten die Tarifverhandlungen dann inhaltlich aufgenommen werden. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Vielfalt des ASB dar: Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche und Einsatzgebiete – vom Rettungsdienst über Pflege und weitere soziale Angebote bis hin zur Verwaltung – führten zu sehr unterschiedlichen Vertragsverhältnissen. Hinzu kamen die föderalen Strukturen des Verbandes. Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass die Besonderheiten des ASB mit einem bestehenden Tarifvertrag nicht angemessen hätten abgebildet werden können und die Entwicklung einer eigenständigen tariflichen Lösung mehr Zeit erforderte. Daher vereinbarten die Verhandlungspartner zunächst eine Tarifeinigung, die bereits konkrete Verbesserungen festschreibt.

Konkret beinhaltet diese unter anderem eine Arbeitszeitverkürzung von 40 auf 39 Stunden pro Woche für Vollzeitkräfte, eine für 2026 festgelegte Gehaltserhöhung sowie die Einführung einer betrieblichen, arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge: Ein Angebot, das es in dieser Form beim ASB Niedersachsen bislang nicht gab. „Das ist ein starkes Signal an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein wichtiger Beitrag zur Attraktivität des ASB als Arbeitgeber“, betont Katja Hüser von der Allgemeinen Arbeitgebervereinigung (AGV).

Darüber hinaus ist die Einigung ein Ausdruck der organisatorischen Weiterentwicklung des Landes­verbandes. Sie unterstützt die Vereinheitlichung von Strukturen und wird den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern besser gerecht. Klare Vereinbarungen schaffen Orientierung und erleichtern die persönliche Planung, etwa in Bezug auf Arbeitszeit, Einkommen oder die eigene berufliche Entwicklung. Damit stärkt die Tarifeinigung auch die Grundlage für verlässliche Angebote und Dienstleistungen, die auf langfristig tragfähigen Arbeitsstrukturen beruhen.

Unterstützung durch den Landesvorstand
Die Verhandlungen mit ver.di fanden seitens des ASB auf operativer Ebene statt und wurden eng vom Landesvorstand begleitet. Dieser agierte seiner satzungsgemäßen Rolle entsprechend strategisch und unterstützend. „Der Landesvorstand hat den Prozess positiv begleitet und die Tarifeinigung mitgetragen“, erklärt Thomas Heine. Auch aus den regionalen Gliederungen kommt Zustimmung. Florian Soot, Geschäftsführer des ASB Hannover-Stadt, sieht in der Einigung einen folgerichtigen Zwischenschritt: „Mit der Tarifeinigung setzen wir bereits jetzt ein klares Signal und schaffen spürbare Verbesserungen für unsere Beschäftigten. Gleichzeitig stärken wir damit den ASB im Wettbewerb um Fachkräfte.“ „Wichtig ist, dass wir damit eine tragfähige Grundlage für die nächsten Schritte geschaffen haben“, betont Daniela Lange, Geschäftsführerin des ASB Diepholz.

Mit Blick nach vorn ist klar: Die Tarifeinigung ist kein Endpunkt, sondern der Auftakt für weitere Gespräche. In den kommenden Verhandlungsrunden wird an einem gemeinsamen Tarifvertrag gearbeitet – mit modernen Entgeltstufen, die den Erwartungen heutiger und zukünftiger Gene­rationen entsprechen. Für den ASB Niedersachsen bedeutet das: Verantwortung übernehmen, zuhören, verhandeln und gemeinsam tragfähige Lösungen finden, die langfristige Perspektiven eröffnen. Zum Wohle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit auch der Menschen, die tagtäglich auf die Hilfe des ASB zählen.

Text: Tina Düselder

Stark vor Ort

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Der ASB Niedersachsen ist mit einem starken Netzwerk vor Ort vertreten. Schon lange vor der Gründung des Landesverbandes waren Samariterinnen und Samariter regional aktiv. Nach dem Verbot des ASB während der Zeit des Nationalsozialismus entstand der Landesverband 1950 im damals noch jungen Bundesland Niedersachsen. Sein 75-jähriges Bestehen wurde im November 2025 gefeiert.

Heute engagieren sich in 16 Gliederungen, vier Gesellschaften und der Landesgeschäftsstelle rund 1.000 Ehrenamtliche sowie mehr als 3.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die aktive oder unterstützende Mitgliedschaft von rund 170.000 Menschen bildet die Grundlage für diese Arbeit.

Was den ASB Niedersachsen auszeichnet:

• eigenständige Gliederungen unterschiedlicher Größe und Struktur mit regional verteilten Standorten

• vielfältige soziale Angebote für Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen

• Mitwirkung im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz

• Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt

• enge Zusammenarbeit mit Kommunen und weiteren Partnern vor Ort

Alles Handeln orientiert sich am Leitsatz:
„Wir helfen hier und jetzt.“

www.asb-niedersachsen.org