
Hessen

Ein speziell ausgebildeter Suchhund unterstützt Einsatzkräfte bei der Personensuche im unwegsamen Gelände.
Auf Ernstfälle und Krisen vorbereitet
Ehrenamtlicher Katastrophenschutz des ASB in Hessen
Stromausfall in einer ganzen Region, ein Unfall mit vielen Verletzten, eine Evakuierung am Wochenende: Wenn plötzlich alles gleichzeitig passiert, sind Ehrenamtliche des ASB Hessen zur Stelle. Landesweit organisieren sie sich in einem leistungsfähigen Netzwerk, das greift, wenn reguläre Hilfskräfte an ihre Grenzen stoßen.
Dann setzt sich ein eingespieltes Uhrwerk in Bewegung: Alarmketten laufen, Einsatzkräfte rücken aus, Material und Fahrzeuge werden koordiniert bereitgestellt. Möglich wird das durch Ausbildung, Übungen und klare Einsatzstrukturen.
Perfektes Zusammenspiel für Menschen in Not
Hinter jedem Einsatz steht intensive Vorbereitung: Ehrenamtliche trainieren regelmäßig den Ernstfall, lernen den Umgang mit spezieller Ausrüstung und üben koordinierte Abläufe. So können sie innerhalb von Minuten reagieren, auch wenn mehrere Einsatzsituationen gleichzeitig auftreten. Dieses Zusammenspiel aus Wissen, Technik und Teamarbeit macht den Unterschied und sorgt dafür, dass Menschen in Not schnell und zuverlässig Hilfe erhalten.
Einsätze beginnen oft unscheinbar: Ein Alarm, ein kurzer Funkspruch, eine erste Einschätzung der Lage. Sobald mehrere Menschen betroffen sind oder sich eine Situation dynamisch entwickelt – etwa bei Großunfällen, Stromausfällen, Evakuierungen, Hochwasser oder anderen Naturkatastrophen, greift das Zusammenspiel aller Akteur:innen des Bevölkerungsschutzes. Sanitäts- und Betreuungskräfte, Technikteams und Rettungshundestaffeln arbeiten dabei eng mit Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen zusammen. Naim Gehrsitz, Koordinator des Katastrophenschutzes im ASB Hessen, beschreibt diese Zusammenarbeit als „ein präzise abgestimmtes Miteinander, das nur funktioniert, weil jede Person genau weiß, was zu tun ist, und sich alle aufeinander verlassen können.“
Entscheidend ist der Teamgeist
Die Aufgaben sind dabei so unterschiedlich wie die Einsatzlagen selbst. Der Sanitätsdienst übernimmt die medizinische Erstversorgung, richtet mobile Behandlungsplätze ein und koordiniert den Transport von Verletzten. Der Betreuungsdienst unterstützt Menschen, die ihre Wohnung kurzfristig verlassen müssen, und kümmert sich um Unterkünfte, Getränke, Mahlzeiten oder Kleidung. „Manchmal sind es Kleinigkeiten, die den Betroffenen Halt geben: ein Gespräch, ein Tee und das Gefühl, nicht allein zu sein“, berichtet Naim Gehrsitz.
Eine besondere Aufgabe haben die ASB-Rettungshunde. Ihre Teams in Mittel- und Südhessen suchen vermisste Menschen in Wäldern, unwegsamem Gelände oder Trümmern. „Unsere Helfer auf vier Pfoten können Flächen absuchen, für die ein großes Team Stunden bräuchte“, erklärt Naim Gehrsitz. Moderne Technik unterstützt die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zusätzlich: Drohnen mit hochauflösender Wärmebildkamera verschaffen im Minutentakt ein genaues Lagebild aus der Luft. Und dabei sind sie schneller und flexibler als ein Hubschrauber.
Wer selbst aktiv werden möchte, braucht keine Vorkenntnisse. Der ASB bietet Grundausbildung, Speziallehrgänge und regelmäßige Übungen. Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, sich einzubringen. „Wir schauen, welche Aufgaben zu welcher Person passen. Ob Technik, Betreuung, Sanitätsdienst oder Rettungshunde. Entscheidend ist der Teamgedanke“, so Naim Gehrsitz.

Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes versorgen Verletzte und koordinieren die Evakuierung aus einem verunglückten Zug.

Eine Einsatzkraft des Katastrophenschutzes steuert eine Drohne zur Lageerkundung und Koordination an der Einsatzstelle.
Text: Dorothee Faißt
Kontakt und weitere Informationen:
Naim Gehrsitz
Koordinator Katastrophenschutz
Tel.: 0151/61 03 21 68
E-Mail: Naim.Gehrsitz@asb-hessen.de