
Berlin

Wir helfen Berlin – unter diesem Motto koordinierten die Berliner Hilfsorganisationen ihre Hilfe für die Bevölkerung.
Stromausfall im Berliner Südwesten
ASB Berlin tagelang im Einsatz
Im Berliner Südwesten hat Innensenatorin Iris Spranger am Sonntag, den 4. Januar, eine Großschadenslage ausgerufen. Mehrere zerstörte Hochspannungskabel hatten am Tag zuvor zu einem großflächigen Stromausfall geführt. Rund 45.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Besonders ältere und hilfsbedürftige Menschen litten unter der Situation – bei winterlichen Temperaturen von bis zu minus acht Grad Celsius. Es kam zeitweise zu Einschränkungen im Mobilfunk, bei Notrufen sowie bei der Heizungs- und Fernwärmeversorgung.
Bereits am ersten Abend waren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des ASB Berlin zusammen mit der Berliner Feuerwehr, weiteren Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk (THW) im Einsatz, um bei der Bewältigung der Situation zu unterstützen. Vor Ort waren zeitweise rund 100 ASB-Ehrenamtliche im Einsatz – unter anderem beim Aufbau und Betrieb des Betreuungsplatzes am Hermannsweilerweg in Zehlendorf. Sie unterstützten beim Transport hilfsbedürftiger Menschen in der gemeinsamen Leitstelle der Hilfsorganisationen sowie bei Verpflegung und Versorgung der Einsatzstellen. Insgesamt leisteten unsere Samariterinnen und Samariter rund 2.500 Einsatzstunden.
Fünf Tage später war der Strom im Berliner Südwesten wiederhergestellt, und die Notunterkünfte für die Bevölkerung konnten abgebaut und geschlossen werden. Der Stromausfall war der größte in der Nachkriegszeit. Er zeigte einmal mehr, wie wichtig eine zuverlässige Unterstützung des Katastrophenschutzes und der Hilfsorganisationen durch staatliche Stellen ist – insbesondere in Bezug auf Ausstattung, Strukturen und Einsatzfähigkeit. Gleichzeitig ist das ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer unverzichtbar. „Einsätze wie dieser zeigen, wie wichtig unsere Hilfe ist. Es macht mir Spaß, Menschen zu helfen und Gutes zu tun“, sagt Florian Ulm, der den Einsatz des ASB als ehrenamtlicher Helfer begleitet hat. „Wir stehen zwar gut da, brauchen aber weiterhin ganz viele helfende Hände.“
Neben großer Dankbarkeit seitens der Betroffenen gab es auch Anerkennung durch Verantwortliche aus Senat und Bezirk. Dem schließt sich Boris Michalowski an, Fachdienstleiter ASB-Katastrophenschutz Berlin: „Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften des ASB, den Hilfsorganisationen DLRG, DRK, JUH und MHD sowie den Kolleginnen und Kollegen der Berliner Feuerwehr. In enger Abstimmung haben wir als Berliner Hilfsorganisationen in dieser Großschadenslage hervorragend zusammengearbeitet.“
Text: Patricia Dichtl

Der ehemalige Flughafen Tegel diente fast vier Jahre lang als Ankunfts- und Notunterkunft für geflüchtete Menschen.
Vom Flughafen zum Zufluchtsort
Vier Jahre Notunterkunft in Berlin Tegel
Als im Februar 2022 der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, stand Berlin vor einer historischen Herausforderung: Innerhalb kürzester Zeit musste die Stadt große Aufnahmekapazitäten schaffen, um Zehntausenden geflüchteten Menschen Schutz zu bieten. Auch der ASB Berlin reagierte sofort – mit bewährten Strukturen, langjähriger Erfahrung und der vollen Einsatzbereitschaft seiner haupt- und ehrenamtlichen Kräfte. Doch der Verband nahm das Steuer nicht allein in die Hand.
Ein Netzwerk der Solidarität
Was bereits während der Corona-Pandemie gewachsen war, bewährte sich auch dieses Mal: Unter dem Dach „Wir helfen Berlin“ bündelten der ASB, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter und Malteser im Auftrag des Berliner Senats ihre Ressourcen. Keine zwei Wochen später öffnete die Ankunfts- und Notunterkunft ANo TXL auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel – ein Ort, an dem in den nächsten vier Jahren rund 110.000 Menschen Zuflucht fanden.
Begleiten, versorgen, da sein
Seite an Seite schufen die Berliner Hilfsorganisationen ein engmaschiges Netz, in dem Menschen in Solidarität aufgenommen, versorgt, untergebracht, weitergeleitet und betreut wurden. Dabei bildete der ASB Berlin das organisatorische Rückgrat: Zuständig für Lager und Logistik, sorgten die Mitarbeitenden dafür, dass Betten, Lebensmittel, Hygieneartikel und alle weiteren benötigten Materialien jederzeit bereitstanden. So sind in dieser Zeit 23.388 Bestellungen über das ASB-Bestellsystem eingegangen, 19.102 Schnuller haben kleine Menschen beruhigt und 1.430 Textilartikel wurden eigens im ASB-Nähcontainer hergestellt. Gleichzeitig kümmerte sich der Verband um die Betreuung der geflüchteten Menschen und begleitete Personen mit besonderem Pflegebedarf. Der ASB initiierte eine Musikschule, organisierte Bastel- und Malstunden für die Kleinsten und sorgte unter dem unermüdlichen Einsatz der Hilfskräfte mit vielen weiteren Angeboten für Augenblicke des Lachens, der Ruhe und des Ankommens.
„Was wir in Tegel gemeinsam geleistet haben, war nur durch den außergewöhnlichen Einsatz unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie durch die enge Zusammenarbeit aller Berliner Hilfsorganisationen möglich. Dafür gilt mein aufrichtiger Dank. Dieses Engagement hat gezeigt, was Solidarität, Professionalität und Menschlichkeit im Zusammenspiel bewirken können“, sagt Sarah Maaß, Geschäftsführerin im Landesverband Berlin.
Zu Spitzenzeiten lebten bis zu 5.500 Menschen gleichzeitig in Tegel. Mit der Schließung der Ankunfts- und Notunterbringungseinrichtung Ende 2025 ging ein prägender Abschnitt der Arbeit des ASB Berlin zu Ende. Der Standort wird nun vom Land Berlin für künftige Aufgaben der Erstaufnahme neu ausgerichtet.
Text: Ricarda Zahn