ASB Magazin
März 2024
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Ein großes Herz für Obdachlose

Seniorinnen der ASB-Zollstockhöfe in Köln stricken warme Socken

Gekonnt führt Erika Schumacher den dicken blauen Faden über ihren kleinen Finger und den Zeigefinger. Dann sticht sie mit der Nadel von vorne nach hinten in die erste Masche, holt den Faden zur Schlinge nach vorne und hängt sie auf die linke Nadel über. 

Solche Strickarbeiten hat die 87-Jährige schon tausendfach in ihrem Leben ausgeführt. Pullover, Mützen, Schals für ihre Kinder und Enkelkinder gestrickt. „Wie lange ich das noch machen kann, weiß ich nicht“, lacht die Seniorin und zieht eine weitere Schlaufe über die Nadel. Gemeinsam mit ihren drei Mitstreiterinnen sitzt sie im Aufenthaltsraum des Kölner Seniorenzentrums Zollstockhöfe. Die engagierten Bewohnerinnen sind dabei, warme Socken für obdachlose Menschen zu stricken. „Ich finde diese Aktion richtig gut!“, erzählt Erika Schumacher. Daher habe sie sofort zugesagt, hier mitzumachen. 

Für Menschen auf der Straße, die kaum Möglichkeiten haben, sich vor der Kälte zu schützen, sind ein gutes Paar Socken, eine warme Mütze oder Handschuhe Gold wert. So ist auch die Idee für die Aktion „Sockenstricken für Obdachlose“ im Zuge der Kältehilfe-Aktion 2023 in der Kölner Bundesgeschäftsstelle des ASB entstanden. Hilfe holten sich die Mitarbeitenden bei den Bewohnerinnen des ASB-Seniorenzentrums Zollstockhöfe und des Servicewohnens Rodenkirchen, die einen Großteil der selbst gestrickten Socken beisteuerten. 

Insgesamt knapp 75 selbst gestrickte Sockenpaare konnten in der Kölner Bundesgeschäftsstelle eingesammelt werden. Zudem spendeten Kolleginnen und Kollegen im ASB-Bundesverband Schals, Handschuhe und Mützen. 

Kältehilfe für wohnungslose Menschen Mit seiner bundesweiten Kältehilfe-Aktion unterstützt der Arbeiter-Samariter-Bund Menschen ohne festen Wohnsitz. Im Winter erschweren Kälte und Nässe das Leben auf der Straße. Viele wohnungslose Menschen haben keine warme Kleidung oder Schlafsäcke. Auch der Zugang zu sanitären Einrichtungen ist im Winter nicht einfach. All diese Faktoren sind für sie besonders belastend und gefährlich. Es ist daher umso wichtiger, dass es Projekte wie die ASB-Kältehilfe gibt, mit denen pragmatisch geholfen werden kann. Denn bei der Aktion können sich obdachlose Menschen wärmende Schlafsäcke abholen und sind damit besser auf die winterliche Kälte vorbereitet. Zudem werden Hygieneartikel wie Deo, Duschgel, Zahnpasta und Zahnbürste verteilt sowie Thermounterwäsche und warme Socken. Bei der letzten Kältehilfe Ende November auf dem Breslauer Platz in Köln war der Andrang wieder riesig. Vor allem die selbst gestrickten Socken waren begehrt. Dankbar wurden auch die warme Suppe, Kaffee und Tee angenommen, die die Helping Hands Cologne e. V. beigesteuert hatten. 

„Wenn wir können, werden wir das nächstes Jahr wieder machen!“, versichern Erika Schumacher und ihre Mitstreiterinnen. Denn anderen zu helfen, ist einfach eine gute Sache. 


Text: Nadine Koberstein