Saarland

Saarland

SL 3

ASB-Tagespflege „Im Burggarten“ in Kirkel

Gemeinsam statt einsam – ein Ort, der verbindet

Morgens kehrt Leben ein in die Wielandstraße: Die ersten Gäste werden begrüßt, es wird gelacht, Kaffeeduft zieht durch die Räume – und langsam füllt sich der Tagestreff „Im Burggarten“. Was für viele ein ganz gewöhnlicher Tag ist, bedeutet für die Gäste vor allem eines: Gemeinschaft, Struktur und persönliche Ansprache.

Die Tagespflege in Kirkel-Neuhäusel ist längst mehr als ein Betreuungsangebot – sie ist ein fester Bestandteil des Gemeinwesens. Am ehemaligen Standort des Kirkeler Wurstmarktes gelegen, verbindet sie heute moderne Pflege mit einem offenen, lebendigen Miteinander. Im Verbund mit dem ASB-Pflegedienst Saar ist sie ein zeitgemäßes, teilstationäres Angebot für ältere Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf und wirkt dabei ganz bewusst der Vereinsamung im Alter entgegen.

Ein Ort der Begegnung
„Im Mittelpunkt steht bei uns immer der Mensch“, erklärt Jennifer Schmidt, die den Tagestreff leitet. Die Betreuung folgt einem beziehungsorientierten Ansatz, bei dem Zeit, Aufmerksamkeit und Vertrauen entscheidend sind. Feste Bezugspersonen, ein wertschätzender Umgang und ein Alltag, der sich an den individuellen Gewohnheiten orientiert, tragen dazu bei, dass sich die Gäste schnell sicher und angenommen fühlen.

Gleichzeitig entsteht ein soziales Miteinander, das vielen älteren Menschen im Alltag fehlt – ohne Verpflichtung. Wie oft und in welchem Umfang die Angebote genutzt werden, entscheiden die Gäste ganz individuell nach ihren eigenen Bedürfnissen. Unterstützt wird Jennifer Schmidt von der stellvertretenden Pflegedienstleitung Katharina Zimmermann. Gemeinsam mit ihrem Team gestalten sie den Alltag so, dass individuelle Bedürfnisse ebenso Raum finden wie gemeinschaftliche Erlebnisse.

Struktur gibt Sicherheit
Der Tagestreff ist montags bis freitags von 8:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. Ein klar strukturierter Tagesablauf bietet Orientierung und Sicherheit: Gemeinsame Mahlzeiten, aktivierende Gruppenangebote, kreative Beschäftigungen oder Gespräche wechseln sich ab. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Rückzug und Ruhe. „Niemand muss an allem teilnehmen“, betont Katharina Zimmermann. „Wichtig ist, dass jeder seinen eigenen Rhythmus finden kann und sich dabei wohlfühlt.“

Mobilität ermöglicht Teilhabe
Ein wichtiger Bestandteil des Angebots ist der hauseigene Fahrdienst. Die Gäste werden morgens zu Hause abgeholt und am Nachmittag wieder zurückgebracht. So wird auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Teilnahme am sozialen Leben ermöglicht – ein entscheidender Faktor für Lebensqualität im Alter.

Entlastung für Angehörige
Neben der Betreuung der Gäste spielt die Unterstützung von Angehörigen eine zentrale Rolle. Die Tagespflege schafft verlässliche Freiräume im Alltag und trägt dazu bei, die häusliche Pflegesituation langfristig zu stabilisieren. Je nach Pflegegrad können die Kosten ganz oder teilweise von der Pflegekasse übernommen werden.

Gemeinschaft und Lebensfreude
Die hellen, barrierefreien Räumlichkeiten bieten Platz für 15 Gäste und sind wohnlich gestaltet. Neben einem großzügigen Aufenthaltsbereich stehen Ruheräume und ein geschützter Außenbereich zur Verfügung. Ob gemeinsames Singen, Gedächtnistraining, Kochen oder einfach ein gutes Gespräch – im Tagestreff geht es vor allem darum, Lebensqualität zu erhalten, soziale Kontakte zu stärken und Einsamkeit gar nicht erst entstehen zu lassen. Auch gemeinsames Backen oder die Zubereitung einer Pizza gehören dazu: Jeder Gast kann frei entscheiden, inwiefern er an Aktivitäten teilnimmt. Ebenso bestimmt jeder Gast für sich, wann er eine Ruhepause und Rückzug braucht.

Mit Blick in die Zukunft
Was den Tagestreff „Im Burggarten“ besonders macht, ist das Zusammenspiel aus verlässlicher Struktur und echter persönlicher Zuwendung. Hier erleben die Gäste nicht nur Betreuung, sondern einen Alltag, der ihnen Orientierung gibt und gleichzeitig Raum für persönliche Interessen lässt.

Gleichzeitig entwickelt sich die Tagespflege gezielt weiter. „Wir möchten noch stärker auf die individuellen Interessen und Lebensgeschichten unserer Gäste eingehen“, erklärt Jennifer Schmidt. Dabei spielen auch die enge Verbindung in die Gemeinde und das Quartier eine wichtige Rolle: Viele unserer Gäste kennen sich bereits seit Jahren aus dem Ort oder aus früheren Lebensabschnitten. Dieses vertraute Miteinander schafft Nähe, erleichtert das Ankommen und stärkt das Gefühl von Gemeinschaft und Wiederbegegnung. Die Tagespflege versteht sich dabei bewusst als Teil der Quartiersarbeit – als Ort, der bestehende soziale Kontakte erhält, neue Begegnungen ermöglicht und lokale Verbundenheit aktiv stärkt.

Geplant sind zusätzliche alltagsnahe Aktivierungsangebote sowie regelmäßige besondere Gemeinschaftsaktionen – etwa jahreszeitliche Feste oder thematische Aktionstage, an denen auch weitere Gäste teilnehmen können. Diese schaffen Abwechslung und ermöglichen neue Begegnungen über den gewohnten Tagesablauf hinaus.

Das Ziel ist klar: ein Ort, der nicht nur Sicherheit und Entlastung bietet, sondern an dem sich Menschen aktiv einbringen, wohlfühlen und gerne Zeit verbringen. „Wir wollen, dass unsere Gäste nicht nur betreut werden, sondern den Tag bewusst als Bereicherung erleben“, so Jennifer Schmidt. „Ein Ort, der verbindet, Lebensfreude stärkt und echte Teilhabe ermöglicht.“

Interessierte und Angehörige können sich telefonisch unter 06849/9918693 oder per E-Mail an tagespflege.imburggarten@asb-saarland.de beraten lassen.

ASB SL_1

Die ASB-Mitarbeiterinnen Katharina Zimmermann und Jennifer Schmidt (v. l.).

Text: Fabienne Hüther