Hamburg

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Markus Schreiber, Landesvorsitzender des ASB Hamburg.

„Zusammenhalt beginnt beim Hinsehen“

Gespräch mit dem neuen ASB-Landesvorsitzenden Markus Schreiber

Mit Markus Schreiber übernimmt ein erfahrener Kommunalpolitiker den Landesvorsitz des ASB Hamburg – und bringt zugleich einen klaren Blick für die sozialen Herausforderungen unserer Zeit mit. Im Interview spricht er über Verantwortung, Einsamkeit und die Rolle des ASB im Bevölkerungsschutz.

Herr Schreiber, wenn Sie an den ASB denken – welches Bild kommt Ihnen zuerst in den Sinn?
Ich sehe Menschen, die da sind, wenn andere sie brauchen. Ganz konkret, ganz praktisch – und oft leise im Hintergrund. Ob im Rettungsdienst, in der Pflege, in der Kinder- und Jugendarbeit oder im Ehrenamt: Der ASB ist für mich gelebter Zusammenhalt. Und genau das ist heute wichtiger denn je.

Was hat Sie persönlich bewegt, dieses Amt zu übernehmen?
Mich treibt die Frage um, wie wir als Gesellschaft füreinander einstehen. In meiner bisherigen Arbeit habe ich viel gestaltet – aber der ASB ist noch einmal näher an den Menschen. Hier geht es nicht nur um Strukturen, sondern um unmittelbare Hilfe, um Würde, um Teilhabe. Das hat für mich eine große Sinnhaftigkeit.

Sie bringen langjährige Erfahrung aus Verwaltung und Politik mit. Was bedeutet das für Ihre neue Rolle?
Ich kenne die Strukturen der Stadt, Entscheidungsprozesse und viele relevante Akteurinnen und Akteure. Dieses Wissen kann helfen, die Interessen des ASB wirkungsvoll zu vertreten – sei es in der Sozialpolitik, bei Fragen der Daseinsvorsorge oder in der Weiterentwicklung unserer Angebote. Entscheidend ist für mich, Brücken zu bauen und pragmatische Lösungen zu ermöglichen.

Eines der Schwerpunktthemen, das viele Menschen betrifft, ist Einsamkeit – oft im Verborgenen. Welche Rolle kann der ASB hier spielen?
Einsamkeit ist eine der stillsten, aber zugleich drängendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Sie betrifft längst nicht mehr nur ältere Menschen – sie zieht sich durch alle Altersgruppen und Lebenslagen.

Was dem entgegenwirkt, ist oft etwas sehr Grundlegendes: echte Begegnung. Genau hier liegt eine große Stärke des ASB. Nähe herstellen, zuhören, verlässlich da sein – das mag unscheinbar wirken, ist aber zentral für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der ASB schafft dafür bereits viele konkrete Räume und Angebote – von unseren offenen Kinder- und Jugendangeboten und unseren Nachbarschaftstreffs über Seniorencafés bis hin zu Projekten wie den Pfoten-Buddies und vielen anderen. Diese Orte und Initiativen bringen Menschen wieder miteinander in Kontakt und geben Struktur, Halt und Zugehörigkeit.

Mir ist wichtig, dieses Engagement noch sichtbarer zu machen und weiter zu stärken. Denn Einsamkeit verschwindet nicht von allein – aber wir können ihr gemeinsam etwas entgegensetzen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist der Bevölkerungsschutz. Warum ist das für Sie ein so zentrales Thema?
Wir leben in einer Zeit, die sich nicht mehr klar einordnen lässt – nicht im klassischen Sinn von Krieg, aber auch nicht mehr in einem Zustand unbeschwerter Sicherheit. Die Bedrohungslagen haben sich verändert: Sie sind vielschichtiger, oft weniger sichtbar und gleichzeitig sehr real. Extremwetter, angespannte Versorgungslagen, Cyberangriffe – und auch militärische Konflikte, die näher gerückt sind, als wir es lange für möglich gehalten hätten.

Bevölkerungsschutz ist deshalb keine abstrakte Größe mehr, sondern Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Er betrifft uns alle – und er entscheidet im Ernstfall darüber, wie handlungsfähig wir als Gemeinschaft sind.

Der ASB übernimmt hier eine zentrale Rolle: mit hoher fachlicher Kompetenz, belastbaren Strukturen und vor allem mit Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dieses Engagement zu stärken, ist mir ein großes Anliegen. Gleichzeitig müssen wir das Bewusstsein dafür schärfen, dass Vorsorge und Zusammenhalt untrennbar miteinander verbunden sind.

Mit welchem Anspruch gehen Sie in Ihre Amtszeit?
Ich möchte dazu beitragen, dass der ASB noch sichtbarer wird – nicht um seiner selbst willen, sondern weil seine Arbeit unverzichtbar ist. Und ich möchte die Menschen im Verband stärken: die Hauptamtlichen, die täglich Großes leisten, und die Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und ihr Herz einbringen. Wenn wir es schaffen, diese Energie weiterzutragen, bin ich sehr zuversichtlich für die Zukunft.

Was möchten Sie den Mitgliedern zum Schluss mitgeben?
Dass ihr Engagement einen Unterschied macht – jeden Tag. Der ASB ist nicht nur eine Organisation, er ist eine Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft trägt unsere Stadt und ist heutzutage wichtiger denn je.

Herr Schreiber, wir danken Ihnen für das Gespräch.

ÜBRIGENS:

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Interview: Petra Witt

Pflegekurstermin 2026

Spezialkurs „Letzte Hilfe“ 
in Wandsbek (Juni)
ASB-Sozialstation Wandsbek,
Brauhausstieg 52, 22041 HH;
1 x 4 Std., 16.00–20.00 Uhr
(Donnerstag, 18.06.2026)

Die Teilnahme an dem Kurs ist kostenfrei.
Anmeldungen bitte in der Geschäftsstelle der Sozialen Dienste, Telefon: 040/8 33 98-245 oder per Mail an pflegekurse@asb-hamburg.de.

Die Durchführung der Kurse erfolgt mit Unterstützung der BARMER.