„Bei FAST fällt mir ein Wort ein: Macher“

Arielle Kaim forscht an der Tel Aviv University im Bereich Notfall- und Katastrophenmedizin und berät internationale Institutionen zu humanitärer Hilfe und Katastropheneinsätzen. Die 28 Jahre alte Wissenschaftlerin war in Mosambik dabei, sie hat das Cholera-Nothilfekonzept mit entwickelt, welches vom ASB in Mosambik erstmals in der Praxis angewendet wurde.

Arielle, mit welchem Auftrag haben Sie den FAST-Einsatz in Mosambik begleitet?

Die Nothilfeeinsätze des ASB bei Cholera-Ausbrüchen beschränkten sich bislang auf die Aufbereitung von sauberem Trinkwasser. Nun wurde erstmals ein neuartiges Konzept umgesetzt, das durch die Einrichtung sogenannter „Oral Rehydration Points“ eine einfache Behandlungsmöglichkeit bietet. Dort können Cholera-Erkrankte durch die Einnahme einer speziellen Trinklösung schnell und kostengünstig therapiert werden. Meine Aufgabe war es, die Anwendung dieses Kon-zeptes sowie dessen langfristige Auswirkungen zu  evaluieren.

Wie fällt Ihr Fazit aus?

Für ein Pilotprojekt war der Einsatz höchst effizient. Eine der beiden Behandlungsstationen wird weiterhin von geschulten Gemeindemitgliedern betrieben, und es kommen täglich neue Patient:innen. Insgesamt war es ein sehr wirkungsvoller Einsatz, wobei wie bei Pilotprojekten üblich auch Herausforderungen aufgetreten sind – aber wir haben auch viel gelernt.

Sie haben schon zuvor mit dem ASB zusammengearbeitet – woran denken Sie bei FAST zuerst?

Wenn ich an FAST denke, fällt mir ein Wort ein: Macher. Die Einsatzteams möchten schnell vor Ort sein und handeln. Sie reden weniger und setzen konsequent um – mit dem klaren Anspruch, direkt einen Beitrag zu leisten.

Was wünschen Sie FAST zum 20. Geburtstag?

Ich wünsche FAST, dass sie sich ihre Fähigkeit bewahren, schnell zu reagieren, sich anzupassen und bedarfsorientiert zu handeln. Genau diese Flexibilität macht ihre Arbeit so wertvoll. Außerdem hoffe ich, dass sie die notwendige Unterstützung und Finanzierung erhalten, um ihre wichtige Arbeit auch in Zukunft fortsetzen zu können.

Interview: Albert Linner

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Arielle Kaim von der Universität Tel Aviv evaluiert den FAST-Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht.